"...Letzter Vorhang für «Gas gibt Kultur»: Digitale Welten erschaffen

«Gas gibt Kultur» verabschiedete sich im Uzwiler Gemeindesaal mit einer überraschenden «Digital Dance Show».

Kathrin Meier-Gross 24.11.2019

Blackout Ostschweiz Zeitung

Peace - das Symbol der Friedensbewegung, dargestellt von den Tänzerinnen und Tänzern der Flowmotion Dance Company. (Bilder: Kathrin Meier-Gross)

Man kennt die Szene: Menschen stehen wartend auf dem Bahnsteig. Andere eilen herbei. Alle konzentrieren sich nur auf ihr Handy. Der Mitmensch interessiert nicht. Und dann völlig unerwartet das Black Out in der U-Bahnstation. Die Flowmotion Dance Company aus Wien hat sich der Herausforderung des nonverbalen Geschichtenerzählens gestellt. Die körperlich anspruchsvollen Darbietungen des sechsköpfigen Ensembles wurden dabei von visuellen Illusionen unterstützt.

Berstendes Glas und flutende Bilder

"...«Weltklasse»

Mit der Weltklasse-Aufführung «Black out» der Flowmotion Dance Company wurde für eine bebende Bühne gesorgt.

24. November 2019 11:00 Uhr

Niklaus Jung

Blackout Uzwil

«Black Out», die Flowmotion Dance Company, begeisterte das Uzwiler Publikum. Das Klasse-Kulturprogramm unter «Gas gibt Kultur» schloss nach zehn Jahren mit einer Weltklasse-Aufführung.

«Black Out» begeisterte

Vor vollem Haus stellten sich am Samstagabend die sieben Tänzer der Flowmotion Dance Company dem Publikum mit einer attraktiven Show vor. Die Weltneuheit unter dem Titel «Digital Dance» mit intensiven Choreografien sorgte für berauschende Vorstellungen. Der zumeist tief angelegte Sound zu den Tanzaufführungen brachte den Saal vielmals zum Beben.

Digital-analoges Tanzspektakel macht Stadthalle zur „Virtual Reality Box“

Die Geräuschkulisse eines Bahnhofs bildete den Auftakt der Rahmenhandlung zur Tanzshow „Black Out“ der 2009 von Florian alias „Flow“ Berger gegründeten Wiener „Flowmotion Dance Company“: Drei Tänzerinnen (Maria Gabler, Clarijana Cee und Katharina Steiner) und drei Tänzer (Flow Berger, Thomas Johannsson, Thomas Leopold) treffen sich als Reisende auf dem Bahnsteig eines U-Bahnhofs und vertreiben sich die Zeit mit Tanz. Wie Koffer und ein Buch in den Tanz eingebunden und zu Jonglage-Objekten werden, vermittelt einen ersten Eindruck der tänzerischen Perfektion des Ensembles. Dann kommunizeren die Reisenden mit ihren Smartphones, agieren mit binären Ziffern und Lichtflächen, die auf die Bühnenleinwand projeziert werden. Ein Strom-Ausfall („Black Out“) führt dazu, dass die Reisenden sich ihrer Mitreisenden bewusst werden und plötzlich gezwungen sind, miteinander zu kommunizieren und zu agieren. In wechselnden Farben leuchtende Lichtstäbe werden zu Objekten und Bildern zusammengesetzt: Ein Vogel, ein Einhorn,eine Taschenlampe, ein Baum, ein Drachen – schließlich eine Rakete für eine virtuelle Reise ins All. Das anfänglich schwarz-weiße Hintergrundbild füllt sich allmählich mit Farbe, endet mit einem Kosmos aus bunten und bewegten Bildern, in den sich die Tänzerinnen und Tänzer nahtlos einfügen.